Erholung finden in unsicheren Zeiten: Keltische Sonnengötter als Beschützer und Kraftquelle

 

Bild: Litha **Lichtstrahl der Hoffnung**


Erholung finden in unsicheren Zeiten

Wie finden wir Erholung, wenn wir nicht wissen, wie die Zukunft aussieht? Gerade im Sommer, der Zeit der Aktivitäten im Freien, der Urlaubsreisen, versuchen wir jede Einladung zuzusagen, jedes Event zu besuchen und so viele nährende Eindrücke zu sammeln, wie möglich. Wir möchten uns von der anstrengenden Arbeit erholen und dem Alltag entfliehen.

Wieder erfülltes Leben genießen

Nach den Jahren 2021 und 2022, in denen wir gezwungen waren zu verzichten, drängte es den Menschen zu den außerhäuslichen Vergnügungen. Dabei war es anfangs für viele auch unerheblich, wie viel die Eintrittskarten für ein Konzert kosteten oder wie hoch eine Restaurantrechnung ausfiel. Denn die Möglichkeit ein Angebot wahrnehmen zu können, war schon Grund genug, es zu tun, bevor sich wieder etwas zwischen den vergnügungswilligen Menschen und das lockende Angebot stellte. Das Leben sollte wieder gefüllt werden mit echten Eindrücken und Erfahrungen. Mit der steigenden Inflation und der Gefährdung des Mittelstands, ist die allgemeine Bereitschaft zum Konsum gesunken. Selbst ohne den ostwestfälischen Pessimismus sieht die Weltlage nicht gut aus, und ob es in einem Jahr besser sein wird, kann niemand sagen.

Getrübte Stimmung durch Inflation

Gewöhnlich setzen wir die Sommerzeit mit einer „guten Zeit“ gleich. Für gewöhnlich brauchen wir nicht nach Beschäftigung und Vergnügen suchen. Es fällt uns leicht gesellig und aktiv zu sein. Wir können dem Element Wasser bei einem Urlaub am Meer besonders nah kommen, die schweren, kühlen Wellen spüren und das Salz auf der Zunge schmecken. Der alljährliche Familienurlaub kann jedoch in diesem Jahr durch gestiegene Preise zu einem unangenehmen Erlebnis werden. Wenn der Weg zum Strand keinen Abstecher in ein Café oder zum Eisverkäufer mehr erlaubt. Möglicherweise musste der Urlaub ganz ausfallen und die schweren Wellen bleiben in weiter Ferne, einzig auf einer Werbetafel eines Reisebüros durch eine gläserne Wand zu betrachten.

In Erwartung neuer Schwierigkeiten

Die zwei Jahre der Entbehrung sind Vergangenheit, eine Zeit voller Überlegungen, wie man am besten mit der veränderten Situation umgeht. Wie man Wärme spürt ohne Nähe, wie man für andere da ist, ohne wirklich da zu sein, wie man sich verbindet, frei fühlt und die Angst vor dem Unbekannten besiegt. Nach all diesen vielen Bewältigungsstrategien, ist nichts wie vorher. Die Welt wird weiter gerüttelt, durch Kriege, Umweltkatastrophen und Inflation erschüttert. Wieder müssen wir den Schwierigkeiten trotzen und gewöhnen uns an den Zustand, in dem wir das nächste Unglück schon erwarten.

Bild: Litha **Flüsternde Gräser im Wind**

Verehrung von keltischen Gottheiten 

am Lagerfeuer mit Freunden statt schicke Restaurantbesuche und Touristenhotspots

Wo finden wir also Erholung in Zeiten der Unsicherheit und Dysbalance? Wie finden wir Nähe, wenn die Menschen getrennt sind durch politischen Meinungsdifferenzen, Neigung zur Vereinfachung der komplexen Probleme oder Extremismus. Glücklicherweise können wir wieder die einfachen Dinge genießen, wie ein Treffen mit Freunden, ein Lagerfeuer, gemeinsam singen und essen. Erst vermissten wir den Trubel in Bars, auf großen Events und an touristischen Hotspots. Dann verlor es an Bedeutung. Kein schickes Restaurant ist mehr notwendig, um den Freunden unsere Wertschätzung zu zeigen. Wir haben verstanden, dass man nicht zu angesagten Orten gehen muss, denn wir fühlen uns in großen Menschenansammlungen nicht mehr wohl und der Preis auf der Speisekarte übersteigt unser monatliches Budget. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und wie sich unsere Lage verändern wird. Nur der stetige Wandel, das Auftreten von neuen Unwägbarkeiten ist sicher. 

Tauchen wir in die alten keltischen Traditionen ein und verleihen ihnen durch Phantasie und Hingabe neues Leben. Hier macht es keinen Unterschied, wie wir finanziell dastehen, welche politische Meinung oder Religion wir haben. Die Sonne scheint für jeden und der Duft von Wiesen und Wäldern ist für jeden wahrnehmbar, der über eine funktionierende Nase verfügt und sich offen dafür zeigt.

Sonnengott und Sonnengöttin als Beschützer und Kraftquelle

In der keltischen Tradition wird im Sommer der keltische Sonnengott Belenus verehrt. Seine Wirkungszeit beginnt mit dem Beltane-Fest am 01. Mai, dessen namentlicher Ursprung auf den Sonnengott Belenus zurückzuführen ist. Bis zum Mabon am 23. September können Feuerrituale oder Opfergaben zu Ehren Belenus durchgeführt werden. Dies passt sehr gut, wenn man im Sommer eine starke Verbindung zur Sonne spürt, oder aber im übertragenen Sinne Licht und Erleuchtung in seinem Leben braucht.

Weiter gibt es bei der Verehrung der Sonne zum Sonnengott Belenus auch das weibliche Pendant. Da es unzählige keltische Gottinnen gibt, die sich auf die Sonne beziehen, möchte ich hier nur die Sonnengöttin erwähnen, die mich persönlich am meisten angesprochen hat. Ihr Name ist Suleviae, was eine Ähnlichkeit mit dem spanischen Wort für Sonne „sol“ aufweist, aber eigentlich auf das irische Wort für Auge –„suil“ zurückzuführen ist. Sie wird manchmal dargestellt als eine Gruppe von Göttinnen, manchmal auch nur als eine einzelne Sonnengöttin, die eine Person oder ein Haus beschützt. Diese Vorstellung gefällt mir sehr gut, „meine Suleviae“ zu haben, die mein Heim schützt. Nach den wenigen Darstellungen zu urteilen, die es von ihr gibt, hat sie das Erscheinungsbild einer gewöhnlichen Frau der damaligen Zeit, doch ihre Augen sind besonders groß, hell und strahlend.

Balance zwischen Licht und Schatten

Um eine Balance zwischen heller Lichtenergie und dunkler Energie zu erhalten, kann man an besonders heißen und klaren Nächten, die Sterne und Sternschnuppen beobachten. Gerade in der Sommernacht vom 12. Zum 13. August ist dies empfehlenswert, denn das ist die Nacht der Perseiden, dem Sternschnuppen-Regen.

Erholung und Energie durch das Element Wasser

Das Element Wasser kann man auch ehren, ohne eine weite Reise zu unternehmen, wenn dies nicht möglich ist. Das Meer hat eine starke Anziehungskraft, aber auch ein nahegelegener See oder ein Freibad können eine starke erholsame Energie haben. Vielleicht möchtest du einmal eine Wassermühle besichtigen, eine Schifffahrt machen, oder leihst dir ein Stand-up-Paddle-Board für dein nächstgelegenes Gewässer. Da es wenig schriftliche Überlieferung der keltischen Mythologie gibt, obliegt vieles, wie die Ausführung der Wertschätzung des Elementes Wasser im eigenen Ermessen. Wir haben die Freiheit, uns zu überlegen, wie wir mit der fließenden Kraft in Verbindung treten wollen. Ob du gänzlich in kühle Wellen eintauchen willst oder dir die Betrachtung der spiegelglatten Oberfläche eines Sees aus der Ferne ausreicht, ist ganz dir überlassen. Es kann auch helfen, eine Tradition zu etablieren, um nicht zu viel Energie bei dem Fällen einer Entscheidung zu verlieren, wie ein jährlich wiederholtes Familienpicknick an einem Badesee.

 

Bild: Litha **Sonnenstrahlen**

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