Wald: Der Ort, an dem die Mythen entstanden sind.
Der Wald hat eine große Bedeutung für den Menschen. Zum Unterthema
„Keltische Mythen“ darf der Wald nicht fehlen, denn in ihm wurden Götter
verehrt und Mythen erschaffen. Er ist der Schauplatz von vielen Sagen und
Märchen. In der deutschen Romantik wird er beispielsweise in Kunstwerken von
Caspar David Friedrich und Gedichten von Joseph von Eichendorff verehrt.
Wenn wir den Wald betreten, spüren wir gleich eine angenehme
Wirkung. Es ist wie eine Therapie an der frischen Luft. Das Grün wirkt erholsam
und beruhigend. Studien haben gezeigt, dass der Wald nicht nur künstlerisch
inspiriert, sondern auch eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. So kann ein
Spaziergang im Wald den Stresslevel reduzieren und den Blutdruck senken. Das
geschieht durch das angenehme Waldklima und die unterschiedlichen Gerüche des
Waldes. Kinder lieben es auch besonders gerne, sich im Wald aufzuhalten und die
kleinen und großen Dinge entdecken. Im Sommer ist es besonders angenehm im Wald,
da das besondere Klima die Hitze ausgleicht.
Man sollte sich immer respektvoll im Wald verhalten, nicht zu
laut sein und keinen Müll hinterlassen. Bestenfalls nimmt eine Plastiktüte für Müll
mit, die man zu Hause entsorgen kann.
- Gehe achtsam durch den Wald und spüre mit jedem Schritt den Boden. Der Wald hilft dir achtsamer deine Umwelt wahrzunehmen.
- Versuche einmal ohne Schuhe durch den Wald zu gehen, so kannst du dich auf besondere Art mit diesem Ort verbinden! Diese besondere Verbindung baut Stress ab und steigert so das Wohlbefinden!
- Nimm die Gerüche des Waldes wahr. Du wirst bemerken, dass der Wald zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Gerüche aufweist, je nach Jahreszeit oder den Kräutern, Blumen und Moosen, die gerade blühen und wachsen. Ob es gerade geregnet hat oder die Sonne zuvor viele Stunden schien. Mir hat es besonders der Duft der Baume angetan. Ich liebe den Duft von Tannen und Kiefern. Besonders kann ich dir empfehlen, einmal den Duft der Zirbelkiefer zu schnuppern. Er hat eine sehr beruhigende Wirkung und kann auch bei Schlafproblemen helfen.
- Atme die Luft bewusst ein. Sie ist gereinigt durch den Filter der Pflanzen und angereichert mit hoher Feuchtigkeit.
- Versuche dich im Geiste mit den Kelten zu verbinden, die vor langer Zeit schon durch den Wald gegangen sind und dort ihre Götter verehrten. Es ist dann so, dass wir dass Erbe unserer keltischen Vorfahren, die Liebe zum Wald, in Ehren halten.
Short Story
zur
Waldgöttin Abnoba
Es war einmal eine junge Frau namens Diana. Sie war sehr hübsch und lebte mit ihrem Mann, einem Schafhirten, in einer bescheidenen kleinen Hütte. Einmal in der Woche ging sie zum Markt in die weit entfernte Stadt, um Blumen zu verkaufen. Erst spät kam sie dann nach Hause. Der Mond leuchtete fahl am Himmel und zeigte ihr in der Nacht den Weg.
So verkaufte sie
auch an diesem Tag Blumen auf dem Markt und trat dann den langen Weg nach Hause
an. An diesem Abend zog ein dicker Nebel über die Wiesen und den Waldboden auf
und kein Mond leitete ihr den Weg. Die Nacht war so dunkel, dass man nichts
sah. Herumirrend verfehlte Diana den richtigen Weg nach Hause und lief tiefer
und tiefer in den Wald. Sie rief um Hilfe, doch niemand war da, der sie hören
konnte. Nur Stille und Dunkelheit umhüllten sie. Dann bewegten sich Blätter und
Zweige nicht weit von ihr. Ihr Rufen hatte einen Hirsch aufgeschreckt, der aus
dem Gebüsch hervorsprang und einen schmalen Pfad entlangeilte und gleich wieder
in der absoluten Dunkelheit verschwand. Diana folgte dem Hirsch und fand ihn
schließlich wieder an einer kleinen Quelle, die aus einem Felsen
hervorsprudelte. Er hatte von dem Wasser getrunken, blickte nun erschreckt auf
und flüchtete erneut in die Dunkelheit. Nicht weit entfernt hatten auch ein
Hase und ein kleiner Vogel von der Quelle getrunken und verschwanden nun
aufgeschreckt ebenfalls mit hastigen Fellfüßen und flatternden Flügeln im
dunklen Dickicht. Da Diana erschöpft und durstig war, trank sie von der Quelle.
Die kühle Flüssigkeit stillte ihren Durst und sie fühlte sich wohl und
zuversichtlich nun den Weg nach Hause zu finden. Ohne weitere Verzögerung fand
sie den Weg nach Hause.
Diana dachte in den folgenden Tagen und Wochen immer wieder an die magische Quelle und die Tiere, die sie dort gesehen hatte. Sie hatte dort ein besonderes Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit empfunden. Nichts konnte dort ihre Zuversicht erschüttern. Sie sehnte sich zurück zu diesem Ort des stillen Glücks. Dieser Wunsch wurde stärker und so beschloss sie nach einer Weile, noch einmal zu der Quelle im Wald zurückzukehren. In einer darauffolgenden besonders dunklen Nacht irrte sie wieder durch den Wald und suchte die Quelle. Diesmal erschien ihr jedoch nicht der Hirsch. Nach langem Suchen fand sie die Quelle und trank davon. Das kühle Wasser füllte angenehm ihre Kehle und erfrischte sie auf intensive Weise.
Als sie aufblickte und sich
umsah, stand vor ihr eine in grün gekleidete Frau. Sie hatte gewelltes dunkles
Haar, das in der Farbe der Haselnuss über ihre Schultern floss. Sie war
geschmückt mit Tannenzweigen und kleinen Tannenzapfen, die auf ihrem Kopf zu
einer kleinen Krone zusammengesteckt waren. „Mein Name ist Abnoba“, sagte die
weise Frau. „Ich bin die Göttin des Waldes.“ Diana nickte, „Ich spürte es
gleich; dieser Ort muss ganz besonders sein! Nun treffe ich sogar eine wahre
Göttin!“ Abnoba lächelte: „Du darfst dich freuen, Diana, dein sehnlichster
Wunsch wird sich erfüllen. Kehre nicht wieder an diesen Ort zurück, sondern geh zu deinem Mann. Er macht sich schon
sorgen!“ Die Göttin Abnoba verschwand. Auch Diana kehrte eilig nach Hause zurück und
fand dort ihren Mann, müde am erloschenen Kamin sitzen, der auf sie wartete.
Sie küsste ihn und gelobte sich, nicht wieder nach der Quelle im Wald zu suchen.
Einige Zeit später bemerkte sie, dass sich tatsächlich ihr größter Wunsch
erfüllt hatte: Sie erwartete ein Kind.
Diese Geschichte ist inspiriert von Abnoba, der keltischen
Göttin des Waldes. Sie ist auch die Schutzpatronin der Heilquellen in
Badenweiler. Es wird vermutet, dass sie auch eine Fruchtbarkeitsgöttin war.


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